Tier in die Box bekommen – Eingewöhnung

Alle Tiere brauchen Zeit, um sich an eine ungewohnte Umgebung zu gewöhnen!
Alle Tiere brauchen Zeit, um sich an eine ungewohnte Umgebung zu gewöhnen!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sein Haustier zu transportieren. Favorisieren würde ich dabei immer die Transportbox. Wieso? Sich lässt sich leicht befestigen und ist damit sehr sicher. Die Sicherungen sind nicht direkt am Tier befestigt und schädigen es somit bei einem Aufprall nicht. Außerdem ist sie (sieht man davon ab, dass man die Größe an sein Haustier anpassen sollte) universell einsetzbar. Man kann sie zusätzlich als Transportmittel vom Haus zum Fahrzeug nutzen, was verhindert das unsere Lieblinge ausbücksen können. Weitere Gründe, warum die Transportbox das Mittel der Wahl sein sollte, erfahrt ihr direkt auf der Startseite.

Viele Besitzer von Haustieren, zumeist Hund oder Katze, haben das Problem, dass ihre Lieblinge sich sträuben ohne Protest in der Box Platz zu nehmen. Das ist ja auch verständlich, denn die meisten Menschen holen ihre Transportbox nur heraus, wenn es zum Arzt geht. Oder in den Urlaub. Beides bedeutet Stress für das Tier.

Die folgenden Regeln, wie man diesem Verhalten entgegenwirken kann, gelten allerdings nicht nur für Hund und Katze, sondern auch für Vogel, Kaninchen, Hase und alle anderen Kleintiere. Besitzer von Reptilien, Amphibien, Insekten, Fischen oder Spinnen haben diese Probleme in der Regel nicht. Dennoch gibt es einige Echsen u.a., die sich auch auf solche Verhaltensweisen abrichten lassen. Ich selbst besaß einmal eine Bartagame, die nichts lieber tat, als sich in die Lüftungsschlitze der Box zu krallen und die ganze Fahrt kopfüber daran hängen zu bleiben.

Grundsätzliches…

Nun zum Wesentlichen! Damit eure Tiere die Angst vor der Box verlieren, müssen sie diese mit positiven Erfahrungen verbinden. Die Transportbox sollte ihnen bekannt sein. Stellt die Transportbox am besten an einen festen Platz in eurer Wohnung, so dass euer Haustier ständig daran schnuppern kann. Die Box kann dann ganz in Ruhe und ohne Stress erkundet werden. Am besten ihr richtet die Box innen schön gemütlich ein. Eine kuschelige Decke oder ein alter Pulli mit eurem eigenen Geruch wird bei den Tieren ein gutes Gefühl hinterlassen. Mit etwas Geduld nehmen die Vierbeiner sogar Platz in der Box und nutzen sie als Schlafraum.

Eingewöhnung ist alles!

Wichtig: Beginnt so früh, wie möglich damit euer Tier an die Box zu gewöhnen! Am besten gleich nachdem es bei euch eingezogen ist. Es muss sich, sowieso an die neue Umgebung anpassen. Die Box gehört also direkt dazu und ist kein weiterer Stressfaktor.

Doch nicht jeder Halter hat das Glück, das sich sein Tier von allein in die Box wagt. In diesem Fall darf ruhig etwas nachgeholfen werden – aber bitte niemals mit Gewalt. Schiebt es NICHT in die Box und schließt die Tür hinter ihr. Das wäre der erste Schritt in die falsche Richtung! Wer seine Katze an die Transportbox gewöhnen möchte, der braucht vor allem Geduld. Gerade wenn sich die Angst über Jahre hinweg aufgebaut hat, wird sie nicht so einfach verschwinden.

Sollte sich die euer Liebling gar nicht erst in die Nähe der Transportbox trauen, kann sie mit einem Leckerli angelockt werden. Werft den Snack einfach in die Nähe der Box. Holt es sich seine Belohnung, werft die zweite noch näher heran. Verringert auf diese Weise nach und nach den Abstand zwischen Tier und Transportbox. Ziel ist, dass sich das Tier das Leckerli am Ende aus der Box holt. Was so einfach klingt, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Erwartet nicht, dass euer Kleiner binnen eines Tages in der Transportbox sitzt und sich räkelt. Jedes Tier ist individuell. Gebt ihnen deshalb so viel Zeit wie sie brauchen, um ihre Angst zu überwinden.

Geduld haben: Tieren langsam die Angst nehmen

Es ist wichtig, dass die Tiere ihre Transportbox ohne Druck erkunden dürfen. Plant deshalb viel Zeit für das Üben ein. Je größer die Angst des Tieres ist, desto mehr Zeit wird wahrscheinlich auch die Gewöhnung an die Transportbox beanspruchen. Ideal ist es, wenn die Box jederzeit zugänglich ist. So wird sie einerseits nicht direkt mit einem unangenehmen Erlebnis verbunden und kann andererseits als Rückzugsort und Schlafplatz dienen.

Bei sehr ängstlichen Tieren könnt Ihr – falls möglich – in den ersten Tagen auch den Deckel der Box abnehmen und nur den unteren Teil aufstellen. Erst wenn das Tier entspannt und angstfrei in der Box liegt, dürft Ihr vorsichtig die Tür für einige Sekunden schließen. Wichtig ist, dass dabei für das Tier kein Stress entsteht. Die Tür sollte wieder geöffnet werden, während euer Vierbeiner noch ganz ruhig ist. Anschließend folgt die Belohnung in Form eines Leckerlis oder einer Streicheleinheit.

Alternativen zum Leckerli: Für Futterverweigerer und Allergiker

Es gibt immer wieder Katzen und Hunde, die sich nicht oder nur schlecht mit Futter motivieren lassen. Manche Haustiere dürfen aus gesundheitlichen Gründen, wie Futtermittelunverträglichkeiten oder Übergewicht, nicht mit Futter belohnt werden.

Wer trotzdem üben will, muss an dieser Stelle etwas tricksen. Bindet die Transportbox in die täglichen Spielstunden mit ein.

Werft ein Bällchen in die Box, platziert Spielzeuge in der Box oder werft Bälle hinein.. Alles, was die Tiere näher an die Box bringt und ihnen Spaß macht ohne ihnen zu schaden, ist erlaubt.

Ziel all dieser Übungen: Die Transportbox soll mit positiven Erinnerungen verknüpft und nicht länger als Bedrohung wahrgenommen werden.

Spontan zum Tierarzt: Ruhe bewahren

Bewahren Sie auch beim Tierarztbesuch Ruhe.
Bewahrt auch beim Tierarztbesuch Ruhe und Gelassenheit.

Es können Situationen auftreten, in denen das Tier unerwartet in die Transportbox muss, obwohl es immer noch Angst hat. Wird das Tier spontan krank, ist es unsere Aufgabe sie möglichst stress- und angstfrei in die Transportbox zu setzen. Tiere sind sensibel und spüren, wenn der Mensch aufgeregt ist. Bleibt ruhig und verhaltet Euch normal. Im Idealfall sind beim Umsetzen in die Box zwei Personen anwesend. Eine hält das Tier, die andere die Transportbox an Ort und Stelle. Das setzt natürlich voraus, dass es sich um ein Tier handelt, das sich auch von anderen Personen anfassen bzw. beruhigen lässt.

Der Extremfall: Das Tier lässt sich nicht in die Transportbox setzen

Sicherheit steht an erster Stelle. Das gilt sowohl für Euer Tier als auch für Euch selbst. Wenn es Euch nicht gelingt euer Haustier in die Transportbox zu setzen oder Ihr es Euch nicht zutraut, zum Beispiel aus Angst gebissen zu werden, sucht nach einer anderen Möglichkeit. Manche Tierärzte bieten auch Hausbesuche an. Gerade für sehr ängstliche und scheue Tiere kann dies eine Alternative darstellen. Wichtig ist, sich vor dem Ernstfall danach zu erkundigen. Denn wenn das Tier erst auf medizinische Hilfe angewiesen ist, sollten Ihr Euch nicht mehr mit Telefonaten aufhalten müssen.

Beruhigungsmittel für Tiere aller Art.
Beruhigungsmittel* für Tiere aller Art.

Es ist auch möglich, sich vorab vom Tierarzt ein leichtes Beruhigungsmittel* geben zu lassen. Manchmal werden auch pflanzliche Mittel zur Beruhigung eingesetzt. Bedenkt aber, dass solche Mittel auch das Verhalten verändern und eine Diagnose erschweren können. Es handelt sich deshalb nur um eine Notlösung bei besonders schweren Fällen.

Langfristig ist eine Gewöhnung an die Transportbox die beste Methode, um den Transport stressfrei zu gestalten. Wenn Ihr selbst keine Fortschritte erzielt, könnt Ihr auch die Hilfe erfahrener Tiertrainer in Anspruch nehmen.

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